Weitere typische Fragen zum Poetry Slam

Aus wem besteht die Poetry Slam Szene?

Der Poetry Slam ist offene Ver­an­stal­tung, bei der im Prinzip jeder aktiv teilnehmen und einen eigenen Text auf der Bühne vortragen kann. Jeder, der so etwas tut, ist damit bereits ein Teil der Poetry Slam Szene geworden. Da es im gesamten deutschsprachigen Raum hunderte von Poetry Slam Veranstaltungen gibt, ist zu vermuten, dass es mehr als tausend aktive Poeten gibt, die regelmäßig an Slams teilnehmen. Von diesen wiederum gibt es einige hundert, die nicht nur in der eigenen Stadt auftreten, sondern zumindest gelegentlich herumreisen und auf anderen Poetry Slam Bühnen vortragen.

Die Poetry Slam Szene hat keinen Vorstand und keine hierarchische Ordnung, sondern ist ein loser Verbund aller am Poetry Slam beteiligten Personen. Neben den Slampoeten gehören dazu die Veranstalter und Moderatoren, aber im weiteren Sinne auch die Techniker, Fotografen und alle anderen, die zum Gelingen eines Poetry Slams beitragen. In vielen Fällen haben die in der Szene aktiven Personen sogar mehrere Rollen inne und sind etwa sowohl Veranstalter und auf anderen Bühnen selbst als Slammer aktiv.


Wie kann ich selber teilnehmen?

Um an einem Poetry Slam teilzunehmen, muss man sich lediglich rechtzeitig vor der Veranstaltung beim Veranstalter oder beim Moderator anmelden. Dies ist in vielen Fällen direkt am Veranstaltungsort möglich. Besser ist es jedoch, bereits vor der Veranstaltung mit den Verantwortlichen Kontakt aufzunehmen und sich anzumelden. Dies gibt dem Veranstalter eine größere Planungssicherheit und man kann auch für sich selbst sicher stellen, ob man noch an der Veranstaltung teilnehmen kann. Denn selbst wenn ein Poetry Slam prinzipiell für alle Teilnehmer offen ist, ist die Zahl der freien Teilnehmerplätze an einem Abend üblicherweise auf zehn oder zwölf Teilnehmer begrenzt, weil die Veranstaltung ansonsten zu lange dauern würde. Eine Kontaktmöglichkeit zum Veranstalter findet man üblicherweise auf der Webseite des entsprechenden Poetry Slams.

Um überhaupt sinnvoll an einem Poetry Slam teilzunehmen, braucht man im Vorfeld meist zwei Texte, die man vortragen kann. Der zweite Text ist für das eventuelle Erreichen der Finalrunde gedacht. Da nur sehr wenige in der Lage sind, ohne Vorlage spontan ("Freestyle") Texte zu improvisieren, muss man diese vor der Veranstaltung fertig stellen. Um die Qualität der eigenen Texte besser einschätzen zu können, empfiehlt es sich, zuvor mindestens einmal einen Poetry Slam als Besucher erlebt zu haben. Detailliertere Information hier.


Kann man damit Geld verdienen?

Bis auf sehr wenige Ausnahmen verdienen Poetry Slammer mit ihrer Kunst kein Geld. Die Teilnahme an einem Poetry Slam bekommt ein Slampoet üblicherweise nicht bezahlt und die Preise, die es bei Slamveranstaltungen zu gewinnen gibt, haben meist nur symbolischen Charakter. Neben freiem Eintritt und Freigetränken kann ein Slampoet nach Rücksprache mit dem Veranstalter außerdem seine Reisekosten erstattet und eine Unterkunft gestellt bekommen. Im Gegenzug verbringt ein Slampoet ein großen Teil seiner Zeit mit Textschreiben, Reisen und eben lesend und wartend auf Veranstaltungsbühnen.

Auch die Veranstalter verdienen üblicherweise, wenn überhaupt, nur wenig an einem Poetry Slam, da sie von den an der Kasse gemachten Einnahmen Technik und Veranstaltungsort sowie die Fahrtkosten und die Unterbringung der Slammer bezahlen müssen. Letztendlich ist das mangelnde Einkommen aber nichts, wofür man Veranstalter oder Poeten bedauern müsste, denn sie treiben den Aufwand freiwillig und gerne. Und die Poetry Slam Szene ist im Großen und Ganzen eine sehr altruistische Szene.


Sonstige Gedanken

In meinem ersten Buch "Slampoet" hatte ich einige Gedanken und Erlebnisse vom Poetry Slam aufgeführt. Da das Buch mittlerweile nur noch als Ebook erhältlich ist, habe ich die entsprechenden Artikel hier noch einmal zur Verfügung gestellt:

- Eine neue Kunst
- Das erste Mal tut es noch weh
- Was ist ein Poetry Slam?
- Und ich mach mir 'nen Reim
- Auf Abwegen
- Dichter dran statt nur dabei
- Lesebühnen
- Der Slam frisst seine Kinder
- Hinter Festivalbühnen
- Kommt mir so bekannt vor
- Überwachung des Internets
- Abgerechnet
- Quäl' Dich, Du Sau!